Das ist arabisch und heißt "Taxi". Die letzten vier Tage haben Andy und ich unglaublich viele neue Freunde gewonnen, die meißten davon sind Taxifahrer :) In Ägypten, genauer gesagt auf der Sinai-Halbinsel, vergeht keine Minute ohne dass dich jemand anhupt, dir Taxi oder "my friend!" hinterher ruft. Das wird mit der Zeit ziemlich ätzend, vor allem da man es nicht einfach ignorieren kann. Das eine Mal stellen sie sich dir in den Weg, ein ander mal halten sie dich fest oder drücken dir schon beinah einen Kuss ins Gesicht. Von arabischer Gastfreundlichkeit war anfangs leider nicht viel zu sehen.
Aber jetzt mal von Anfang an. Begonnen hat unsere Reise mit 5 1/2 Stunden Busfahrt durch die Negev nach Eilat, dem südlichsten Zipfel Israels am Roten Meer. Allein schon der Anblick der facettenreichen Landschaft in der Wüste war atemberaubend. Eine halbe Stunde von Eilat entfernt liegt Taba, eine kleine ägyptische Stadt am Grenzübergang , an dem man zigmal zuerst von Israelis und dann von Ägyptern durchgecheckt wird. Ebenfalls hat man an beide Seite eine Grenzgebühr zu entrichten was dann insgesamt schon rund 30€uro. Unser erstes Ziel, nicht weit entfernt, war die Pharaos-Insel. Kurz anschaun und weiter gehts. Auf dem Weg nach Dahab, ca. 2 Stunden südlicher, sind uns vorallem die ärmlich lebenden Beduinen und die etlichen Rohbaus von riesigen Hotelanlagen aufgefallen, an denen nicht mehr weiter gearbeitet wird. In Dahab angekommen, entschlossen wir uns am selbigen Abend noch nach Sharm El-Sheich weiterzufahren, was am unteren Ende des Sinai liegt. Dort übernachteten wir in einem so besagten Rohbau, welcher uns immerhin etwas Windschutz bot. Nachteilig war jedoch, dass die Mücken einem keine Ruhe liesen! So bin ich am nächsten Morgen mit komplett verstochenen Händen und Gesicht aufgewacht. Sharm El-Sheich ist berühmt für ihre schönen Korallenriffe und Fischvielfalt, welche wir natürlich auch erkunden wollten. Leider wurden die Riffe aber erst am Tag darauf wegen der Haiwarnung wieder frei gegeben. So haben wir unser Schnorchelzeug genommen und sind an den nächst besseren freien Strand gegangen. Das war das erste Mal Schnorcheln für uns beide, eine sehr schöne Erfahrung. Ich muss sagen, dass ich die Begeisterung meiner Schwester leider nicht ganz teilen kann, jedoch werde ich auch nicht die schönsten Riffe gesehen haben ;) Aber es war wirklich schön die Unterwasserwelt zu erkunden, auch wenn die Korallen größtenteils schon abgestorben waren, es gab aber immernoch die wunderschönen Fische. Am Abend sind wir zurück nach Dahab gefahren und trafen im Bus zwei weitere Reisende, einen Russen und einen Ami. Der Russe machte Urlaub, wohnhaft in Dahab und der Samuel aus Brasilien ist bereits seit 4 1/2 Jahren nur auf Reisen, von Italien, über Australien, Thailand und jetzt in Ägypten. Mit ihm zusammen nahem wir uns diese Nacht ein Hotelzimmer für runde 8€ pro Person mit Pool, Klimaanlage, nur leider mit kalter Dusche. Dorthin kamen wir mit einem inoffizielen Taxi wovon es hier nur so wimmelt, einem Pickup auf dem so viele Leute wie möglich einfach auf die Ladefläche gepackt werden. Mir hats gefallen :)
Ausgeschlafen machten wir uns los auf die Suche einer Autovermietung, da wir zum Katherinenkloster fahren wollten und den höchsten Berg im Sinai, den Berg Moses, besteigen wollten. Zudem wollten wir eine Oase besuchen, was aber leider nicht geklappt hat, da unser Autohändler am Abend das versprochene Auto nicht zur Verfügung hatte. Schade, das wäre meine Gelegenheit gewesen einmal Auto zu fahren! Was solls, dann sind wir eben mit dem engen, unbequemen Minibus nachts um 11Uhr los um in aller Dunkelheit den Berg hoch zu stapfen. Zuvor sind wir mit mit unserem neuen Freund Samuel (der Ami) eine anderes Camp suchen gegangen, wo man am billigsten übernachten können solle. Die 1,50€uro-Unterkunft stellte sich als einen betonierten Raum mit Matratze und Glühbirne heraus, das ist der Standart dort! Die Besitzer waren ausnahmsweise einmal authentisch nett und haben uns auf einen Tee beim Fischbraten auf offenem Feuer eingeladen. Vater, Sohn und Cousin waren anwesend und zu unserer Überraschung war der Cousin sogar aus Deutschland und arbeitet dort als Übersetzer. Wieder einmal bekam man interessante Storys zu hören und wir sprachen viel über den Glauben und biblische Gestalten. Die arabische Familie war natürlich muslimisch, unser Ami war Zeuge Jehova und ich bin Christ. Sehr interessante Kommunikation, da wir uns hauptsächlich über alttestamentliche Geschehnisse unterhielten, worin wir alle nicht so große Unterschiede hatten. Am besten fand ich den Kommentar des Arabers, als Samuel sagte, dass er hier eine Arbeit sucht, er solle lieber nur beten! :D
Auf dem Sinai gabs keine Taxis, dafür jede Menge Kamele, welche man ebenfalls ständig angeboten bekommen hat. Preis? 20Dollar war mir dann doch etwas zu viel. Wir hatten sogar einen Beduinen-Guide, der aber keine Englisch konnte außer "It is cold, buy...!". So hielten wir natürlich auf jedem Kiosk auf unserer Reise an, in der Hoffnung, dass die blöden Touristen überteuerte Produkte kaufen würden. Hat sogar funktioniert :P Oben angekommen blieben uns noch 2 Stunden bis zum Sonnenaufgang, taktisch klug, da jeder anfängt zu frieren bei 0°C und sich eine Matratze und eine Decke ausleiht und einen Tee trinkt und... Aber wir blieben hart, was sind schon null Grad für einen Deutschen! Ohne Jacke (da wir dummerweise keine mitgenommen haben) jedoch mit einem Schlafsack für Andy und mich haben wir uns abgewechselt. Einer läuft sich immer warm, der andere kann im Schlafsack schlummern. Dann ging es endlich los, leider mit etwas Nebel, aber es erhob sich ein wunderschönes Panorama mit dem Hintergrund der Jordanischen Berge, ein Sonnenaufgang! Jou, und am letzten Tag sind wir nochmals Schnorcheln gewesen in Dahab und wollten uns mittags aufmachen nach Hause, als wir mitbekamen, dass täglich nur ein Bus fährt, und das morgens um 10Uhr! Was soll man machen, wir hatten keine andere Möglichkeit als uns ein Taxi zu nehmen, jedoch haben wir uns einheimische Hilfe geholt, damit er uns billiger kam, für 220 ägyptische Shekel bis nach Taba-Border. Der Fahrer war ausnahmsweise mal echt nett und als wir ihm etwas von unserem Essen anboten, hielt er sofort an und hat auch sein Lunchpaket aus dem Kofferraum geholt, was wir dann schön miteinander teilten. Das war schön. Auf dem Weg noch Tanken für 20Cent/Liter, kostenloses Mitnehmen von Polizisten, kamen wir an der Grenze an und kamen problemlos nach Hause, um halb 2 nachts...
Fazit: Bei Israelis ist Sinai ein beliebter Erholungsort, für uns war es anstrengend, sehr interessant aufgrund der völlig anderen Kultur und auf jeden Fall das Geld wert (insgesamt ca. 150€uro pro Person). Wir waren froh wieder zurück zu sein, aber irgendwie zieht es einen doch auch schon wieder nach unten, dorthin, wo es von bunten Fischen, Taxifahrern und Touristen nur so wimmelt...