Montag, 30. Mai 2011

Flug gebucht!

Ja, jetzt ging auf einmal alles ganz schnell. Nachdem mein Vater heute beim Bundesamt angerufen hat um endlich Gewissheit zu bekommen, ob ich nun früher fliegen kann oder nicht, ist es jetzt so weit. Die Genehmigung erlaubt mir nach einer Diesntableistung von 8 Monaten aufzuhören und so komm ich jetzt am 7.Juni zurück nach Deutschland. Flug hab ich vor ein paar Minuten gebucht, fährt nach Basel und trotz der kurzfristigen Buchung für nur 132€.
Für diejenigen, die noch nicht wissen warum ich überhaupt früher nach Hause komme, möcht ichs kurz erklären.
  1. Es wird unerträglich heiß im Sommer hier :)
  2. Ich muss meinen Motoradführerschein bis Ende Juli fertig haben. Letztes Jahr hab ich bereits die Theorieprüfung absolviert und da diese nur ein Jahr gültig ist, will ich ihn jetzt schnell zu Ende bringen.
  3. Ich freu mich schon sehr euch alle wieder zu sehn!
Dennoch gefällt es mir großartig hier in Jerusalem und ich werde auf jeden Fall wieder kommen!
Vergesse ich dich, Jerusalem, so verdorre meine Rechte.
Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein.
Psalm 137,5f

Samstag, 28. Mai 2011

Hebräisch Denken

So heute gibts mal was Christliches, um genau zu sein sogar mehr Jüdisches. Und zwar eine Internetseite mit wirklich gutem Material (Lehre, etc.).
Um die Bibel richtig verstehen zu können, sind nämlich einige Faktoren zu berücksichtigen. Dazu gehört auch die Sprache, Grammatik, Geschichte und die damalige Kultur. Die Betrachtung mit diesem Hintergrund nennt man "Hebräisches Denken". Der Gegenpol dazu stellt der "Hellenismus" dar, welcher seinen Ursprung bei den Griechen hat und die Anschauung aus moderner Perspektive ist.
Und hier kommt der Link: worldwidewings.de

Dienstag, 24. Mai 2011

Samstag, 21. Mai 2011

Freitag Abend in Ramallah

Flo und ich hatten gestern morgen Putzschicht. Da morgen meine französische Mitbewohnerin uns verlässt, musste Flo unbedingt nach Ramallah fahren um sich eine arabische Kaffekanne zu kaufen. Denn Nathalie nimmt ihre mit nach Hause. Da ich bisher noch nicht im nördlichen palästinensischen Gebiet aufgehalten hab, beschloß ich mitzufahren. Ramallah ist nur ein kurzes Stück von Jerusalem entfernt, eine der großen palästinensischen Städte und auch Regierungssitz der Fatah. Am Checkpoint wurden wir diesmal von einem großen Militäraufgebot überrascht. Der Grund war nicht weit, direkt hinter den Betonmauern gab es wieder Randale, hauptsächlich jugendliche Araber. Steinewerfenden standen sie auf Hügeln und Straßen, wir mussten einen Umweg fahren, da sie auf der Straße Müll und Autoreifen angezunden haben. Der schwarze Qualm hat natürlich erbärmlich gestunken, die Fenster blieben also verschloßen. In Ramallah selbst war es eher sehr ungewohnt ruhig, was allerdings an der Zeit lag. Wir haten nämlch vergessen, dass die Moslems am Freitag Abend ihre Läden dicht machen. So fanden wir auch keine Kaffekanne, dafür billige Lebensmittel. Außerdem zeigte mir Flo das Mausoleum Arafats, im Hintergrund das Regierungsgebäude, wo er seine Reden hielt, im Vordergrund eine moderne Moschee. An sich ist Ramallah nichts Besonderes. Eine unordentliche arabische Stadt, von der jedoch einige Unruhen ausgehen. So waren überall Plakate zu sehen, welche zu einer Demonstration, oder besser gesagt zivile Stürmung der Grenzen aufrief. Am 15.5. findet seit 63 Jahren Jahren der Nakba (=Katastrophe) Tag statt, als Antwort auf Israels Feiern der Unabhängikeit und Staatsgründung. Wer es in den Medien mit verfolgt hat, weiß, dass es auch diesmal wieder zu eineigen Toten kam. Somit wurde über die Internetplattform Facebook ein erneuter Aufruf zur dritten Intifada gestartet, und zwar für gestern. Diese ist zum Glück nicht eskaliert, war aber dennoch spürbar. Warum gestern? Es war Freitag und die meißten moslemischen Unruhen finden Freitag Nachmittags statt, nach dem wichtigsten Gebet der Moslems um 12 Uhr Mittags in der Moschee. Dort werden oft Hasspredigten gehalten, sodass es auch in Jerusalem in der östlichen Teilen immer wieder zu kleinen Aufruhren kommt. Steinewerfer sind normal und damit auch eine starke Militärpräsenz.

Dienstag, 10. Mai 2011

Zion brennt!

Heute gegen Abend begab ich mich auf einen Spaziergang südlich der Altstadt, auf der Suche nach einer schönen Promenade. Da kam mir eine Rauchschwade entgegen, am Fuße des Berges Zion brach ein Busch-Feuer aus! So wirklich glauben wollt ich es noch nicht und dachte zunächst an ein kontrolliertes Feuer. Nachdem es rasend anfing sich auszubreiten, entschloß ich mich, das Blaulichtkomitee zu rufen. Nur kurz darauf waren diese auch schon da, ich wieß sie ein und Jerusalem war gerettet.
Nun der Rückblick der letzten Woche, meinen treuen Folgern wird jetzt wohl gleich auffallen; aha, da war doch Raphis Schwester Ywi zu Besuch. So ist es. Schön wars. Im Vergleich zu der "Bildungsreise" mit Mama war es diesmal einfach Urlaub. Tel Aviv Beach, Schweben im Toten Meer, Kaffekränzchen auf dem Ölberg-Friedhof. Ja auch diesmal war viel Abwechslung dabei, darunter der Gedenk- und Unabhängigkeitstag des Staates Israel. Wir erklommen Herodes mächtigste Festung Masada, in welcher 900 jüdische Rebellen monatelang gegen die römische Besatzung standhalten konnten. Jedoch schütteten die Legionen eine gigantische Rampe auf, über welche sie nach langer Belagerung die Festung erzwungen. Um nicht in die Hände der Eroberer zu fallen, beging die Gemeinde kollektiven Selbstmord.
Ebenfalls kehrten wir in die Stadt Davids, mit rund 4000 Jahre alter Geschichte zurück, Ausgrabungen verschiedenster Epochen, darunter der Palast und das Grab König Davids, waren zu besichtigen. Definitiv das Highlight ist das Tunnelsystem. Außerhalb der Stadtmauer befand sich die Gihonquelle, welche die Hauptwasserquelle für lange Zeit war. Durch einen Tunnel gelangte man hinaus zur Quelle um Wasser zu schöpfen. Durch diesen Kanal gelangte David mit seinem Heer in die Stadt hinein und eroberte sie. Später ließ Hezekia einen 400 Meter langen Kanal hangabwärts in den Fels hauen, am südlichen Ende sammelte sich das Wasser im künstlich angelegten Siloam-Pool. Ywi und ich starteten also eine Expedition durch den stockfinsteren Kanal, in dem das Wasser teilweise bis zu 70 Zentimeter hoch ist.
Dort wo einstmals Jerusalem ihren Namen bekam, siedeln heute muslimische Araber und fünf jüdische Familien in der gefährlichsten Gegend des heutigen Jerusalems; Silwan. Dort wird nahezu regelmäßig mit Steinen auf Autos und Fußgänger geworfen.
Bevor David Jerusalem eroberte, regierte er sieben Jahre von Hebron aus. So machten wir uns auch dahin auf, eine der gefährlichsten Städte im Palästinensischen Autonomiegebiet. Erstmals an Bedeutung erhielt dieser Ort zu Zeiten Abrahams, welcher damals eine Grabeshöhle für seine Frau dort kaufte. Auch er selbst soll hier begraben worden sein, so wie auch Isaak, Jakob und dessen Frauen. Darüber steht heute ein mächtiges Gebäude, das auf der einen Seite Synagoge und auf der anderen Moschee ist. Innerhalb der Stadt gibt es abgegrenzte, mit Checkpoints versehene Siedlungen von Juden, welche sich hier niederliesen. Es ist ein bedrückendes Szenario in den Siedlungen. Die alten Häuser stehen alle leer, nur ein paar Neue werden von Siedlern bewohnt. Auf den Dächern sich überall Militärstutzpunkte verteilt. Kein Quadratmeter ist unbeobachtet. Unser palästinensische Tourguide schilderte uns die Sicht der unterdrückten Araber und führte uns letztlich zu einem der guten Restaurants, in denen es Kamellfleisch zu essen gibt. Wahrhaftig ein Leckerbissen.
29 Die Geschichte aber des Königs David, die frühere und die spätere, siehe, die steht geschrieben in der Geschichte Samuels, des Sehers, und in der Geschichte des Propheten Nathan und in der Geschichte Gads, des Sehers,
30 dazu auch seine Regierung und seine tapferen Taten sowie die Geschehnisse, die über ihn und Israel und über die Königreiche in allen Landen dahingegangen sind.
1.Chronik 29