Mittwoch, 15. September 2010

Reise nach Jerusalem

Montag, Dienstag und Mittwoch hatte ich frei und verbrachte die Tage in Jerusalem. Die Hinfahrt ist billig und dauert nicht mal eine Stunde, übernachten konnte ich bei anderen Volontären in Gilo. Am ersten Tag waren wir die Altstadt, Grabeskirche und Klagemauer besichtigen und sind abends noch in eine Bar gegangen. Es war sehr interessant so viele verschiedene Religionen in ihren Extremen auf so engem Raum miteinander zu beobachten. Die Ultrasuperhyperorthodoxen Juden die ständig mit ihrem Oberkörper herumwackeln, die christlichen Spinner welche ihren gesamten Einkauf über den angeblichen Grabstein Jesu ziehen oder mit einem Holzkreuz die Via Dolorossa hoch stiefeln, bis zu den strengen und ernsten Muslimen in deren Hinterhöfe man besser nicht gelangen sollte, da man von fanatischen Kindern mit Spielzeugwaffen abgeschossen, Milchpackungen abgeschmissen und den heftigsten Ausdrücken beworfen wird. Letztere sieht man auch haufenweise über LAN Ego-Shooter zocken, so viel erst mal zum Thema Deeskalation. Eindrucksvoll sind Bilder von jüdischen Soldaten, welche an der Klagemauer beten, einmal ganz abgesehen davon, dass es kaum einen Fleck gibt wo in Jerusalem keine Soldaten, Polizisten oder Zivilisten mit Waffen zu sehen sind. Die Altstadt kam mir mehr vor wie ein Touristendorf und eine Ansammlung religiöser Spinner und Fanatiker, leider weniger als ein heiliger Ort oder gar Stadt. Da wundert es mich nicht, dass Heiden durch ein solches Spektakel die Glaubwürdigkeit des Christentums stark in Frage stellen.
Vom Ölberg aus konnte man eine wunderschöne Sicht sowohl über Jerusalem, also auch in die palästinensischen Autonomiegebiete genießen. Der Garten Gethsemane und der Felsendom sind ein anderes mal dran, da wir keine langen Hosen an hatten. Die Stadt bietet jedoch noch unzählige weitere Facetten, wie die Mea Shearim, das superultrahyperorthodoxe Judenviertel in der heute das größte Verkehrschaos war, da sie alle ihre Wände und Dächer für die Laubhütten zusammensammeln. Stichwort Sukkot. Am letzten Tag hab ich mich dann in christlichen Häusern noch rumgetrieben. Zum einen ein wunderbarer Bibelladen und zwei 24/7-Prayer Räume. Wer nicht weiß was das ist, da wird rund um die Uhr an jedem Tag gebetet. Der eine befindet sich an einem Hang nahe Berg Zion mit wunderschöner Aussicht. Dort gab es rund um die Uhr Lobpreis was ich zunächst ganz gut fand, letztlich der Fokus aber wieder zu sehr auf der Musik statt auf Gott lag. Der zweite ist direkt an der Jaffa-Street mitten in der City im 14.Stock! Von dort aus kann man ein wunderschönes Panoramabild in beinach jede Himmelsrichtung über Jerusalem genießen. Ihr Hauptanliegen ist das Zurückkehren der Juden nach Israel. Danach hab ich beim großen Jerusalemer Markt noch richtig billig zu Essen eingekauft und bin daraufhin abgefahren. Was mir gerade noch einfällt, der Verkehr in Jerusalem ist der Hammer! Alle hupen und drängeln und fahren bei rot erst mal bis zur Mitte der Kreuzung um alles zu blockieren und das beste sind die Buse, denn die gleichen einer Achterbahn. Egal ob Kurven oder Strassenunebenheiten, immer mit Vollgas drüber und am besten auch bei rot beschleunigen um möglichst scharf abbremsen zu können. Kann ich nur empfehlen :)
Übrigens: Die ersten Bilder sind online! Es folgen bald weitere.

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