Seit dem 1.Maerz bin ich nun in Jerusalem und ich bereu es auf keinem Auge. Ich liebe die Stadt. Die Wohnung ist versuefft, wird auch "Bolivia-Zoo" genannt. Nicht zu unrecht, da in unserem Apartement in der Bolivia-Street mitlerweile ein Hund und zwei Katzen beheimatet sind. Und wer weis was da sonst noch so lebt :)
Die Tiere sind alle von der Straße aufgesmmelt, dementsprechend unartig, aber einfach zum Knuddeln.
Die Arbeit ist komplett verschieden im Vergleich zu Autisten, aber macht dennoch sehr viel Spass. Ich arbeite nun mit schwer koerperlich und geistig Behinderten Menschen, die koennen also fast gar nichts. Die Arbeitsatmosphaere ist total entspannt. Wir haben drei Maenner zwischen 20 und 60 und zwei Frauen. In einer normalen Schicht arbeiten also zwei Maenner die sich um die drei Jungs kuemmern und eine Frau fuer die weibliche Fraktion. Ist also wirklich super entspanntes Arbeiten. Was mir auch sehr gut tut ist die Ruhe. Sie koennen alle nicht reden. Der Laermpegel zuvor mit den Autisten hat mir doch schon zu schaffen gemacht. Auch den Bus kann ich mir sparen da ich nur 10 Minuten Fussweg zurueck zu legen habe.
In meinen ersten paar Wochen hier ist schon wieder viel gerschehen. Den ersten Sonntag bin ich frueh raus und hab die Baptist Church besucht. Dort war ein cooles Orchester aus Amerika zu Besuch und ich habe noch einen anderen deutschen Volontaer kennen gelernt, Michael. Ein Prachtskerle. Er bereits das Hebraicum hinter sich und ist gleich alt wie ich. Wir sind dann spontan zusammen ins Davis Tower Museum ueber die Geschichte Jerusalems, sehr interessant, sehr empfehlenswert. Zudem konnte er mir aus seinem umfangreichen Bibelwissen immer gute Erlaeuterungen geben. Anschliessend sind wir in die King of Kings Community gegangen. Das ist die groesste Gemeinde in Jerusalem mit rund 600 Besuchern mit amerikanischem Pastor. Ist eine sehr geistgefuehrte Gemeinde, hat mir gefallen und geh ich jetzt regelmaessig hin. Uebrigens hab ich an dem Sonntag zufaellig auch noch Ellen mit Mutter und Monika mit Tochter aus unserer Gemeinde getroffen. Mit ihrem Lobpreisleiter Jamie hab ich mich auch schon zu einer Jam-Session getroffen und bin nun als Aushilfs-Schlagzeuger dabei, da fuer die kurze Zeit ein Volleinstieg sich lohnt. Hier faellt es mir wesentlich einfach Leute kennen zu lernen als in Tel Aviv, da hier mehr meine Interessen teilen. Es gibt auch so viele interessante Angebote, von 24/7-Gebetsraeumen, ueber Museen und die Altstadt an sich natuerlich. Ich werde nun auch versuchen mich in der Jugend und in einen Hauskreis zu integrieren. Ein Highlight war sicherlich die juedische Hochzeit die wir besuchen durften.Die Familie des verstorbenen Naftalis, welcher bei uns in Pflege war, lud uns zur Hochzeit seiner Schwester ein. Sie sind sehr religioes, was das ganze besonders interessant machte. Unter den rund 200 Besuchern waren wir beinah die einzigen ohne schwarzen Hut und Kipa. Es begann um 19Uhr, wir waren eine Viertel Stunde zuspaet und dennoch zu frueh. Wir waren eine der ersten! Eine Stunde spaeter wurde es langsam voll und die Zeremonie begann. Der Mann wartete mit den Vaetern unter dem Baldachin und die verschleierte Braut wurde unter Begleitung zu ihm gefuehrt und umkreiste ihn sieben Mal. Dasselbe mit dem Mann und dann haben saemtliche Rabbis noch nen Segen gesprochen (sehr amuesant, da sie versuchen es zu singen), die Ringe werden aufgesteckt und danach geht die Party los. Das frisch verheiratete Paerchen huepft erst mal in die Kiste, waehrend die Gaeste (Maenner und Frauen stets separiert) essen. Nachdem das Brautpar fertig ist, wird erst einmal getanzt, gegessen, gesegnet, zeremoniert, getanst, gegessen und so weiter. Die Musik war meiner Meinung nach fast unertraeglich laut, aber das hat niemanden gestoert. Sogar die alten Opis haben getanzt so gut sie konnten. Richtig cool, die wissen wie man Party macht :)
In der selben Woche wurde auch Purim gefeiert. Es gedenkt der Geschichte aus dem Buch Esther, die Koenigin, welche damals die Jugendvernichtung verhindert hatte. Zu diesem Anlass verkleiden sich alle Leute so wie bei uns an Fasching und besaufen sich. Und zwar auch alle Juden! Denn das ist im Talmud so geboten. Die King of Kings hat zu diesem Anlass den Film "One night with the king" die biblische Geschichte aus dem Buch Esther gezeigt. Sehr empfehlenswert!
Aber es gibt auch unschoene Seiten hier. Gestern gab es ein Bombenattentat beim Busbahnhof. In diesem Ausmass ist das seit 2004 nicht mehr passiert. Betroffen war hauptsaechlich die Linie 147, die zu der bedeutendsten Siedliung Israels faehrt. Von uns ist niemand betroffen. Zur selben Zeit hat sich auch der Raketenbeschuss aus Gaza auf Beer Sheva und Ashdod erhoeht, in Hebron gab es ebenfalls Unruhe.
Und jetzt das Aktuellste; meine naechste Mission besteht darin, mein erstes Brot selbst zu backen. Meine nete franzoesische Zimmergenossin wird es mir beibringen.
So viel mal wieder von mir, ich hoffe es geht euch allen gut!
Die Tiere sind alle von der Straße aufgesmmelt, dementsprechend unartig, aber einfach zum Knuddeln.
Die Arbeit ist komplett verschieden im Vergleich zu Autisten, aber macht dennoch sehr viel Spass. Ich arbeite nun mit schwer koerperlich und geistig Behinderten Menschen, die koennen also fast gar nichts. Die Arbeitsatmosphaere ist total entspannt. Wir haben drei Maenner zwischen 20 und 60 und zwei Frauen. In einer normalen Schicht arbeiten also zwei Maenner die sich um die drei Jungs kuemmern und eine Frau fuer die weibliche Fraktion. Ist also wirklich super entspanntes Arbeiten. Was mir auch sehr gut tut ist die Ruhe. Sie koennen alle nicht reden. Der Laermpegel zuvor mit den Autisten hat mir doch schon zu schaffen gemacht. Auch den Bus kann ich mir sparen da ich nur 10 Minuten Fussweg zurueck zu legen habe.
In meinen ersten paar Wochen hier ist schon wieder viel gerschehen. Den ersten Sonntag bin ich frueh raus und hab die Baptist Church besucht. Dort war ein cooles Orchester aus Amerika zu Besuch und ich habe noch einen anderen deutschen Volontaer kennen gelernt, Michael. Ein Prachtskerle. Er bereits das Hebraicum hinter sich und ist gleich alt wie ich. Wir sind dann spontan zusammen ins Davis Tower Museum ueber die Geschichte Jerusalems, sehr interessant, sehr empfehlenswert. Zudem konnte er mir aus seinem umfangreichen Bibelwissen immer gute Erlaeuterungen geben. Anschliessend sind wir in die King of Kings Community gegangen. Das ist die groesste Gemeinde in Jerusalem mit rund 600 Besuchern mit amerikanischem Pastor. Ist eine sehr geistgefuehrte Gemeinde, hat mir gefallen und geh ich jetzt regelmaessig hin. Uebrigens hab ich an dem Sonntag zufaellig auch noch Ellen mit Mutter und Monika mit Tochter aus unserer Gemeinde getroffen. Mit ihrem Lobpreisleiter Jamie hab ich mich auch schon zu einer Jam-Session getroffen und bin nun als Aushilfs-Schlagzeuger dabei, da fuer die kurze Zeit ein Volleinstieg sich lohnt. Hier faellt es mir wesentlich einfach Leute kennen zu lernen als in Tel Aviv, da hier mehr meine Interessen teilen. Es gibt auch so viele interessante Angebote, von 24/7-Gebetsraeumen, ueber Museen und die Altstadt an sich natuerlich. Ich werde nun auch versuchen mich in der Jugend und in einen Hauskreis zu integrieren. Ein Highlight war sicherlich die juedische Hochzeit die wir besuchen durften.Die Familie des verstorbenen Naftalis, welcher bei uns in Pflege war, lud uns zur Hochzeit seiner Schwester ein. Sie sind sehr religioes, was das ganze besonders interessant machte. Unter den rund 200 Besuchern waren wir beinah die einzigen ohne schwarzen Hut und Kipa. Es begann um 19Uhr, wir waren eine Viertel Stunde zuspaet und dennoch zu frueh. Wir waren eine der ersten! Eine Stunde spaeter wurde es langsam voll und die Zeremonie begann. Der Mann wartete mit den Vaetern unter dem Baldachin und die verschleierte Braut wurde unter Begleitung zu ihm gefuehrt und umkreiste ihn sieben Mal. Dasselbe mit dem Mann und dann haben saemtliche Rabbis noch nen Segen gesprochen (sehr amuesant, da sie versuchen es zu singen), die Ringe werden aufgesteckt und danach geht die Party los. Das frisch verheiratete Paerchen huepft erst mal in die Kiste, waehrend die Gaeste (Maenner und Frauen stets separiert) essen. Nachdem das Brautpar fertig ist, wird erst einmal getanzt, gegessen, gesegnet, zeremoniert, getanst, gegessen und so weiter. Die Musik war meiner Meinung nach fast unertraeglich laut, aber das hat niemanden gestoert. Sogar die alten Opis haben getanzt so gut sie konnten. Richtig cool, die wissen wie man Party macht :)
In der selben Woche wurde auch Purim gefeiert. Es gedenkt der Geschichte aus dem Buch Esther, die Koenigin, welche damals die Jugendvernichtung verhindert hatte. Zu diesem Anlass verkleiden sich alle Leute so wie bei uns an Fasching und besaufen sich. Und zwar auch alle Juden! Denn das ist im Talmud so geboten. Die King of Kings hat zu diesem Anlass den Film "One night with the king" die biblische Geschichte aus dem Buch Esther gezeigt. Sehr empfehlenswert!
Aber es gibt auch unschoene Seiten hier. Gestern gab es ein Bombenattentat beim Busbahnhof. In diesem Ausmass ist das seit 2004 nicht mehr passiert. Betroffen war hauptsaechlich die Linie 147, die zu der bedeutendsten Siedliung Israels faehrt. Von uns ist niemand betroffen. Zur selben Zeit hat sich auch der Raketenbeschuss aus Gaza auf Beer Sheva und Ashdod erhoeht, in Hebron gab es ebenfalls Unruhe.
Und jetzt das Aktuellste; meine naechste Mission besteht darin, mein erstes Brot selbst zu backen. Meine nete franzoesische Zimmergenossin wird es mir beibringen.
So viel mal wieder von mir, ich hoffe es geht euch allen gut!
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